KN-Artikel vom 25.04.2005

„Meteor“-Premiere überzeugte

Schülerkurs präsentiert heute das Dürrenmatt-Stück noch einmal

                         
                Auguste (Christina Gabriel) und Hugo Nyffenschwander (Philipp Behrsing) sind unsicher,
                     ob Nobelpreisträger Wolfgang Schwitter (Artur Niemczuk) das Sterbelager aufgesucht hat.
                     Foto u. Text: Dreessen (KN)


Neumünster – Leben und Sterben, Lebenslügen und Ideologien, skurrile Charaktere und eine absurde Handlung – der Projektkurs Theater an der Alexander von Humboldt-Schule hatte sich einiges vorgenommen, als er im vergangenen August mit den Arbeiten an Friedrich Dürrenmatts „Meteor“ begann. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Die 25 Aktiven, die auch für Bühnenbild, Maske und Regie sorgen, boten am Freitag bei der Premiere eine überzeugende Inszenierung, allen voran Hauptdarsteller Artur Niemczuk.

    Der Abiturient aus Nortorf fesselte das Publikum in der ausverkauften Aula als Literaturträger Wolfgang Schwitter, der in seinem ehemaligen Atelier sterben möchte, weil er des Lebens überdrüssig ist. Mit beklommenem Schweigen verfolgte das Publikum sein Ringen mit dem Tod, das immer mehr zum Ringen mit dem Leben wird, weil Schwitter mehr und mehr einen Hass gegen alles Lebendige entwickelt.

    Bei derlei Ernst lachten die Zuschauer gerne über jeden der mal witzigen, mal zynischen Kommentare Schwitters zu Hoffnungen und Zielen, mit denen seine Gegenüber Lebenssinn suchen. Doch immer blieb das Stück eher eines für die Gehirnzellen als für die Lachmuskeln.

    Nach zwei Akten und zwei Stunden war der Applaus verdient. „Super, total genial“, fand Mitschülerin Ann-Christin Rutsch. „Artur spielt supertoll.“

    Auch Kursleiterin Anke Fiedler war zufrieden. „Die Schüler haben sich sehr ernsthaft mit ihren Rollen auseinander gesetzt“, lobte sie. „Das wird gute Zensuren im Abitur geben.“ 

    
• Am heutigen Montag führen die Schüler „Meteor“ noch einmal um 20 Uhr auf. Der Eintritt kostet für Erwachsene 4 Euro, für Schüler 3 Euro.




                                                                                                                                                                      Fotos: Herr Bienert