Bericht und Fotos vom letzten Besuch in Ungarn (September 2004)

Bericht und Fotos vom letzten Besuch in Schweden (September 2004)

KN-Artikel vom 23.04.05

Schüler aus Ungarn und Schweden sind zu Gast am Einfelder Gymnasium

                        
                        Auf Entdeckungsreise in Norddeutschland und im deutschen Schulsystem: Die 22 ungarischen und 9 schwedischen 
                                Schüler, die zurzeit Gäste der Alexander-von-Humboldt-Schule in Einfeld sind. 
                                Foto und Text: J. Köster (Kieler Nachrichten)


Neumünster – „Der Unterricht an den deutschen Schulen ist praktischer ausgerichtet als an Schulen in Ungarn, da wird das praktische jetzt erst stärker“, sagt Gabriella Kery, Lehrerin für Deutsch und Englisch am Dobó-István-Gimnazium im ungarischen Eger. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Marian Szanto und 22 Schülerinnen ist sie noch bis Sonnabend, 29. April, zu Gast in Neumünster. Gleichzeitig sind außerdem neun Schüler des Fässbergsgymnasiet aus dem schwedischen Mölndal zu Gast an der Alexander-von-Humboldt-Schule in Einfeld (AHS).

    Dabei steht für alle Gastschüler neben verschiedenen Besuchszielen in Schleswig-Holstein und Hamburg natürlich auch der Besuch des Unterrichts an der Partnerschule AHS und das Entdecken des fremden Schulsystems auf dem Programm. So ist in Ungarn zum Beispiel das Abitur nach zwölf Jahren Schule normal, wie Gabriella Kery erzählt. Eine Ausnahme sind seit rund einem Jahr Schüler, die besonders intensiv eine Fremdsprache lernen wollen. „Die können einen Nulljahrgang machen, in dem sie praktisch nur eine Sprache lernen. In anderen Fächern wie Literatur oder Mathematik werden sie nur gerade so viel unterrichtet, dass sie in diesem Jahr nicht alles andere verlernen.“

    Sich an der Gastschule zu verständigen, fällt den ungarischen Schülern sicher deutlich leichter als den deutschen beim geplanten Gegenbesuch in Ungarn, denn während Deutsch in Ungarn zu den ersten Fremdsprachen gehört, die an den Schulen angeboten werden, sieht es anders herum bekanntlich anders aus.

    Auch Marie Södergren und ihre Kollegin Margareta Dahlberg vom schwedischen Fässbergsgymnasiet können etliche Unterschiede zum Deutschen Schulsystem aufzählen. So besteht das schwedische Gymnasium nur aus den Klassen 10, 11 und 12, bis zur neunten Klasse besuchen alle schwedischen Schüler die gleiche Schule. „Eigentlich sind diese drei Jahre eine recht kurze Zeit, wenn es darum geht, die einzelnen Schüler kennen zu lernen, das ist bei einem deutschen Gymnasium besser“, sagt Marie Södergren.

    Dafür schwärmt Michael Redecker, Englisch und Erdkundelehrer an der AHS von dem Rundum-Angebot an schwedischen Schulen: „Die Ausstattung, dass zum Beispiel jeder Schüler einen eigenen Computer zur Verfügung hat, und die integrierten Nachhilfezeiten in der Schule.“ Marie Södergren weiß noch einen weiteren Unterschied, den ihre Schüler an der AHS entdeckt haben: „Die vermissen das Mittagessen in der Schule.“ Das sei bei den langen schwedischen Schultagen von 8 bis 16.30 Uhr üblich und kostenlos, wie die Lehrerin erklärt.